Gold: Wie gewonnen – so zerronnen?

CPB | Montag, 3. Juni 2013 - 08:00

Der Goldpreis hatte die wichtige Marke von 1.400 Dollar je Feinunze geschafft, aber es könnte sein, dass sich die Vorfreude auf eine positivere Goldpreisentwicklung wieder in Luft auflöst. Nach dem Sprung über die für die weitere Goldpreisentwicklung bedeutende Marke konnte man postwendend schon wieder positive Kommentare über eine goldene Zukunft für den Goldpreis lesen, aber kaum waren die Meldungen von einem nachhaltig steigenden Preis für das gelbe Edelmetall veröffentlicht, bekamen die Gold Analysten schon wieder einen Dämpfer. Von gut 1.410 Dollar pro Feinunze am Donnerstag fiel der Preis für Goldbarren vor dem Wochenende wieder auf unter 1.388 US-Dollar. Eine Mitschuld dafür trifft wohl die Erholung des US-Dollar, der sich in den letzten Tagen von einem Tagestief am 23. Mai 2013 von 1,2822 Euro bis zu einem Tageshoch am 30. Mai 2013 von 1,3062 Euro entwickelt hatte.

Banken und Investoren kaufen wieder Gold!

Die Zeichen für die Goldpreisentwicklung haben sich durch den Versuch einer Bodenbildung beim Goldchart wieder optimistischer entwickelt. Die Optimisten waren allerdings davon ausgegangen, dass sich der Goldpreis über 1.400 Dollar stabilisiert. Ob der Goldpreis diesen Optimismus rechtfertigt, werden wir in den nächsten Tagen sehen, denn der Rutsch unter die wichtige 1.400-Dollar-Marke könnte die positiven Gedanken zur Goldpreisentwicklung schnell wieder umschwenken lassen. Die Banken und die ETF Investoren haben allerdings wieder Vertrauen zu dem gelben Edelmetall gewonnen, denn einige Notenbanken in den Schwellenländern haben ihre Goldreserven aufgestockt und auch die Goldverkäufe durch den größten durch physisches Gold besicherten Fonds, dem Gold-ETF SPDR Gold Trust, sind erstmalig in der vorigen Woche wieder gestiegen. Ob das nur ein Strohfeuer war oder sich bei der Goldpreisentwicklung eine Wende abzeichnet, werden die Goldanleger in den nächsten Tagen erkennen.

Auch die Gold Spekulanten sind sich nicht einig!

Die Spekulanten und Hedgefonds an den US Terminmärkten halten weiterhin hohe Short-Positionen auf den Goldpreis, obwohl die Großbanken ihre Gold Leerverkäufe in den letzten zwei Wochen drastisch reduziert haben und sich mit viel Optimismus auf Long-Positionen verlegt haben. Die Erfahrung zeigt allerdings, dass hohe Gold Short Positionen in der Vergangenheit zu einer starken Kursentwicklung in die entgegengesetzte Richtung geführt haben. Wenn sich die Bodenbildung im Goldchart in den nächsten Tagen bestätigen sollte, könnte die Kursrallye Gold durch weitere Goldkäufe beginnen. Der Goldmarkt in verschiedenen Ländern in Asien erlebt durch Goldankäufe großer Banken derzeit einen Boom und die verfügbaren Goldbarren zu je einem Kilogramm Feingold reichen nicht aus, um die Goldnachfrage sofort zu decken. Diese gestiegene Goldnachfrage wirkt sich auch beispielsweise in Singapur schon auf den Aufpreis für 1 kg Goldbarren aus, der in den letzten Wochen gestiegen ist.

Der World Gold Council prognostiziert weitere Goldankäufe in Asien!

Nach einer Goldprognose des World Gold Council wird sich die hohe Goldnachfrage in Asien voraussichtlich bis mindestens Ende Juni fortsetzen. Die Goldexperten gehen davon aus, dass es einen Quartalsrekord für den Goldankauf im zweiten Quartal 2013 geben wird. Wenn diese Goldprognose zutrifft, dürfte der Goldpreis auch in den nächsten Wochen steigen. Die Marke von 1.400 Dollar pro Feinunze muss allerdings erst wieder genommen werden und wenn die Goldpreisentwicklung wieder stabil über 1.400 US-Dollar steht, steht einem Goldpreisanstieg bis 1.430 Dollar in kurzer Zeit nicht viel entgegen. Falls der Goldpreis diesen Kurs erreicht, kann man einen charttechnischen Widerstand erst wieder zwischen 1.450 bis 1.460 Dollar ausmachen. Die Asiaten haben nach dem Goldcrash Mitte April mit den Goldankäufen begonnen und Gold Experten der großen Banken gehen davon aus, dass der Goldhunger in Asien weiter anhält. Einige Gold Analysten sehen einen großen Unterschied zwischen den Goldanlegern, die sich durch ETFs am Goldmarkt beteiligen und den Käufern, die selbst physisches Gold kaufen. Obwohl bei ETFs das Papiergold durch physisches Gold gesichert ist, hat die Goldanlage in ETFs eher etwas mit einer Geldanlage in Wertpapieren zu tun, die schnell und einfach wieder verkauft werden können. Wer selbst Goldbarren kauft und sie im eigenen Tresor aufbewahrt oder in einem Banktresor aufbewahren lässt, gehört zu den Goldanlegern, die langfristig orientiert sind und weniger auf den Tageskurs für ihre Goldanlage schauen.

Die Goldpreisprognosen sind sehr unterschiedlich!

Ob die Goldpreisprognosen der US Großbanken immer wirklich ehrlich sind oder nur eigene Interessen unterstützen sollen, ist nicht sicher. In den letzten Jahren gab es vielfach Kommentare, die von einer Goldpreis-Manipulation sprachen und es wurde den großen Investmentbanken vorgeworfen, dass ihre Goldprognosen nur einem Zweck dienen, nämlich die eigenen Gewinne zu steigern. Diese Vermutung kann man gut nachvollziehen, wenn man an den Goldpreiscrash Mitte April denkt, der durch massive Goldverkäufe von großen Banken und Großinvestoren ausgelöst wurde. Die Beweislage ist natürlich immer schwierig und ob die Banken das viele Gold aus eigenen Beständen verkauft haben oder ob der Goldpreis nur über Leerverkäufe manipuliert wurde, ist nicht exakt nachvollziehbar. Das gilt auch für die Frage, ob die Goldverkäufe als Eigengeschäft der Investmentbanken getätigt werden oder ob wirklich Goldanleger hinter den Verkäufen stehen. Aktuell sieht Barclays für das zweite Quartal 2013 einen Durchschnittspreis von nur 1.350 US-Dollar je Feinunze, allerdings einen Gold Durchschnittspreis für das Jahr 2014 von 1.483 Dollar. Bei Merrill Lynch sieht das beispielsweise ganz anders aus. Die US Investmentbank hat ihre Goldpreisprognose für 2013 reduziert, aber der liegt derzeit noch immer bei einem Wert von 1.478 US-Dollar pro Feinunze. Anfang des Jahres war die Goldprognose noch völlig unterschiedlich. Man hatte erst Mitte April 2013 den ursprünglichen Mittelwert für Gold für das laufende Jahr von 2.000 Dollar auf 1.680 Dollar reduziert. Durch eine Warnung, dass der Goldpreis in diesem Jahr auf bis 1.200 Dollar in den Keller gehen könnte, machen die Banker ihre Goldpreisprognose nicht glaubhafter. Von einem Tiefstkurs von 1.200 Dollar auf einen Durchschnittspreis von 1.680 Dollar für 2013 zu kommen, ist schon ein sehr weiter Weg.

Die Goldpreisprognosen sind wie Kaffeesatz lesen!

Auf eine von angeblichen Goldexperten prognostizierte Goldpreisentwicklung mit derartigen Spannen und Aussagen kann man gut verzichten. Der Goldpreis lässt sich auch durch noch so viele Goldanalysten nicht in eine Richtung bewegen. Die äußeren Einflüsse, die die Goldpreisentwicklung beeinflussen, sind leider vielfältig. Die Geldpolitik, die effektiven Inflationsraten, die gefühlte Inflationsangst, das Sicherheitsbedürfnis der Anleger, die Entwicklung am Zinsmarkt, an den Börsen und nicht zuletzt die Goldnachfrage von Notenbanken und Privatanlegern sind mitentscheidend für die Goldpreisentwicklung. Leider gehören außerdem die Aktivitäten der Spekulanten dazu, die durch Leerverkäufe und andere dubiose Finanzgeschäfte versuchen mit der Goldpreisentwicklung richtig Kasse zu machen.

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