Der Wiener Philharmoniker ist eine österreichische Anlagemünze. Sie ist die einzige Bullionmünze mit einem EURO-Nominale und wird von der Münze Österreich AG produziert und emittiert. Am 16. September 1989 erfolgte die öffentliche Kundmachung über die Emission der Goldmünze im Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 214. Die Erstausgabe des Wiener Philharmonikers fand am 10. Oktober 1989 statt. Zu diesem Zeitpunkt wurde die Bullionmünze leidglich in zwei Nominalen, 1 Unze und ¼ Unze, angeboten. Mit der Einführung des Gold Philharmonikers wurde eine Stiftung der Österreichischen Nationalbank (OeNB) eingerichtet. Diese Stiftung zählt zu den bedeutendsten Eigentümern und Sammlern von wertvollen Geigen. Hoffnungsvollen Nachwuchsmusikern und bekannten Virtuosen werden Möglichkeiten geboten auf diesen einzigartigen und sehr wertvollen Instrumenten zu spielen.
Die 1/10 Unze Variante des Gold Philharmonikers wurde am 12. September 1991 (Verlautbarung am 13. August 1991 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 187) das erste Mal zum Kauf angeboten. Drei Jahre später am 5. Oktober 1994 (Verlautbarung am 14. August 1994 im Amtsblatt zur Wiener Zeitung Nr. 187) wurde erstmals die ½ Unze der Anlagemünze gehandelt. Bis auf zwei Jubiläumsausgaben sind keine neuen Stückelungen mehr hinzugekommen.
Eine Gesetzesnovelle bereitete den Weg des Wiener Philharmonikers. Erst durch die Novelle des Gesetzes war es möglich Goldmünzen zum aktuellen Tagespreis zzgl. eines Aufschlages auszugeben. Man wollte eine Goldmünze, welche die Kultur und das Land Österreich der Welt präsentiert. Gleichzeitig war man bemüht Anleger aus der ganzen Welt zu gewinnen. Die herrliche Musik unseres Landes sollte in Verbindung mit den weltbekannten Wiener Philharmonikern als Repräsentanten dienen. Die Wiener Philharmoniker waren von der Idee nicht sonderlich überzeugt. Die Gattin des Orchestervorstandes Peter Ressel hörte von der Goldmünze und war von diesem Vorschlag sehr begeistert. Dem Orchester war damit klar, dass die Idee eine „goldrichtige“ sein wird. Die Münzidee kam von Paul Berger, welcher zu diesem Zeitpunkt Generaldirektor der Wiener Philharmoniker war.
| Größe | Nennwert EUR (ATS) | Gewicht | Feinheit | Durchmesser | Dicke |
| 1 Unze | 100,- (2.000,-) | 31,103 g | 999,9/1000 | 37,0 mm | 2,0 mm |
| ½ Unze | 50,- (1.000,-) | 15,552 g | 999,9/1000 | 28,0 mm | 1,6 mm |
| ¼ Unze | 25,- (500,-) | 7,776 g | 999,9/1000 | 22,0 mm | 1,2 mm |
| 1/10 Unze | 10,- (200,-) | 3,110 g | 999,9/1000 | 16,0 mm | 1,2 mm |
Das Design des Wiener Philharmonikers stammt vom Thomas Pesendorfer.

Am Avers der Goldmünze ist zentral die Orgel im Goldenen Saal des Wiener Musikvereins abgebildet. Von links nach rechts verläuft im Halbkreis über der Orgel der Schriftzug „Republik Österreich“. Unter der Orgel steht Horizontal die Größe und die Feinheit z.B. „1 Unze Gold 999,9“ und in der zweiten Zeile etwas kleiner das jeweilige Prägejahr. Am unteren Ende des Wiener Philharmonikers steht in einem kleinen Halbkreis von links nach rechts der Nennwert und die Währung z.B. „100 EURO“.

Auf der Rückseite verläuft der Schriftzug „Wiener Philharmoniker“ am oberen Rand von der linken Mitte bis zur rechten Mitte. Unter dem Schriftzug sind acht Musikinstrumente dargestellt. Hervorgehoben durch eine größere Darstellung und mittige Abbildung ist dabei ein Cello. Auf der linken und rechten Seite des Cellos befinden sich jeweils zwei Geigen. Über den beiden Geigen auf der rechten Seite des Cellos befindet sich eine Harfe. Ein Horn und eine Fagott sind auf über den Geigen auf der linken Seite des Cellos abgebildet.
Der Rand der Münze ist geriffelt.
Die Abbildungen sind seit der Einführung der Bullionmünze bei sämtlichen Nominalen stets dieselben. Verändert wird nur das jeweilige Prägejahr.
| Größe | Nennwert EUR | Gewicht | Feinheit | Durchmesser | Dicke |
| 1000 Unzen | 100.000,- | 31,103 kg | 999,9/1000 | 37,00 cm | 2,00 cm |
| 20 Unzen | 2.000,– | 622,06 g | 999,9/1000 | 74 mm | 8,3 mm |
Im Oktober 2004 wurden zum 15-jährigen Jubiläum des Gold Philharmonikers 15 Stück der Anlagemünze mit einem Nominale von je 100.000 EURO hergestellt. Jede Goldmünze besteht aus 1.000 Unzen purem Gold, das sind 31,104 kg pro Münze. Dies bescherte der Münze Österreich AG einen Eintrag in Guinness-Buch der Rekorde.
Am 16. Oktober 2009 wurde das 20-jährige Bestehen des Wiener Philharmonikers gefeiert. Zu diesem Anlass wurden 6.027 Goldmünzen aus je 20 Unzen reinem Gold ausgegeben. Die Bedeutung der 6.027 Stück ergibt sich aus dem Jahr 2009 multipliziert mit den drei wichtigsten Absatzmärkten – Japan, USA, Europa (3×2009).
Am 1. Februar 2008 wurde der Silber Philharmoniker zum ersten Mal ausgegeben. Der Silber Philharmoniker ist die einzige Silber Anlagemünze mit einem Euro-Nominale.
| Größe | Nennwert EUR | Gewicht | Feinheit | Durchmesser | Dicke |
| 1 Unze | 1,50 | 31,103 g | 999/1000 | 37,00 mm | 3,20 mm |
Der Marktanteil des Wiener Philharmonikers liegt in Europa bei über 50 Prozent. Japan zählt neben Europa zu einer der wichtigsten Absatzmärkte der Anlagemünze.
In Nordamerika wurde der Gold Philharmoniker neben den regionalen Anlagemünzen Gold Eagle und Gold Maple Leaf erfolgreich platziert.
Mit der Einführung des Euros am 01.01.2002 ist der Wiener Philharmoniker nur mehr in selbiger Währung erhältlich. Die Gold Philharmoniker mit einem Schilling-Nominale wurden nicht eingezogen. Es ist durchaus möglich Wiener Philharmoniker mit einem Schilling-Nominale am Sekundärmarkt zu erhalten. In Österreich stellt der Wiener Philharmoniker ein gesetzliches Zahlungsmittel dar. Der Wert richtet sich aber nach dem tagesaktuellen Goldkurs, da dieser sehr viel höher als der Nennwert der Goldmünze ist. Der Erwerb des Gold Philharmonikers ist aufgrund seiner Charakteristiken als Anlagemünze (Bullionmünze) in der EU und einigen anderen Ländern steuerfrei.
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