Gibt es die perfekte und sichere Geldanlage?

CPB | Montag, 10. September 2012 - 09:00

Die Frage nach einer renditeorientierten und trotzdem perfekten Geldanlage beschäftigt immer wieder die Experten. Einerseits sind sich die Aussagen der verschiedenen Anlageberater zwar relativ ähnlich, aber es gibt auch durchaus abweichende Meinungen zu einer Anlagestrategie, die viele Ansprüche erfüllt. Grundsätzlich ist die Depotzusammenstellung nicht nur eine Frage der zur Verfügung stehenden Anlagesumme, des Alters des Anlegers und der Zielsetzung der Geldanlage, sondern hängt ganz besonders auch von den gesamten finanziellen Verhältnissen des Depotinhabers ab und von der Risikobereitschaft des Anlegers. Wenn man von einem sehr guten geregelten Einkommen ausgehen kann und eine oder mehrere unbelastete Immobilien innerhalb des Gesamtvermögens vorhanden sind, kann ein Teil des Anlagevermögens mit etwas mehr Risiko und damit mit einer höheren Renditechance angelegt werden. Bei einem kleinen oder mittleren Einkommen und einer monatlich im Verhältnis zum Einkommen wesentlich höheren Belastung durch die Miete oder eventuelle Zinsen und Abtragungen für die kleine Eigentumswohnung, sieht das schon wesentlich anders aus.

Seit 2008 hat sich viel im Depot verändert!

Die Immobilienblase in den USA und die Lehman-Pleite haben die Welt verändert. Die drohenden Pleiten der Hypothekenfinanzierer Freddie Mac und Fannie Mae und die Pleite der Lehman-Bank waren der Beginn eines Wandels in der Finanzwelt. Plötzlich gab es auf einem Sparkonto fast keine Zinsen mehr, das Vertrauen in die Banken war geschmolzen und etwas später wurden die früher als sicher gehandelten Staatsanleihen fast zu “Giftpapieren”. Viele Banken gerieten in Liquiditätskrisen und mussten durch die Staaten und damit durch die Steuerzahler gerettet werden. Gleichzeitig stiegen aber die Einkommen der Banker, besonders der Investmentbanker immer noch dramatisch. Schließlich mussten sich einige Banken von den Regierungen mit vielen Milliarden retten lassen, weil sie sich nicht als gute Anlageberater hervorgetan hatten, sondern eher als Zocker.

Gehört eine Immobilie in die Mischung der Geldanlage?

Bevor wir auf die Depotzusammensetzung schauen, muss natürlich zunächst der Blick auf die Immobilie gelenkt werden. Wer etwas für die Alterssicherung tun will, sollte die eigene Immobilie ganz nach vorn stellen. Natürlich ist es immer eine Frage der eigenen Perspektive, also Eigenkapitalquote, sicherer Arbeitsplatz, voraussichtlicher Verbleib am Standort, Familienstand usw. , aber wer in einer Tiefzinsphase seine Hypotheken langfristig günstig abschließen kann, der sollte über eine eigene Wohnimmobilie auf jeden Fall nachdenken. Wenn man sich das übliche Rentenniveau (keine Beamtenpensionen) anschaut, dann ist die Versorgungslücke vom letzten Nettogehalt zur Rente doch sehr groß. Wenn man im Alter das Eigenheim abgezahlt hat und die Miete spart, ist das schon ein wesentlicher Beitrag zur Erhaltung des Lebensstandards. Wer dann noch Geld übrig hat, kann sich durchaus für eine weitere Immobilie interessieren, die beispielsweise als vermietete Eigentumswohnung ausgezeichnet die Altersrente aufbessern kann. Wenn man in einer guten Lage eine Eigentumswohnung in einer kleinen Wohneinheit kauft, kann man mit einer Vermietungssicherheit rechnen und die Miete kann eine Kapitalverzinsung von 5 Prozent bringen. In Tiefzinsphasen und bei sinkenden Zinsen und höheren Risiken für Staatsanleihen, kann so ein Vermietungsobjekt eine gute Entscheidung sein.

Wie sieht nun die sichere Geldanlage heute aus?

Für die Sicherheit gibt es bei Wertpapiere fast keine Garantien. Aus diesem Grund ist eine gute Mischung in verschiedenen Anlageformen immer eine gute Entscheidung. Es gehören Sachwerte dazu, wie Immobilien und Edelmetalle, natürlich Bargeld, Aktien, Fonds, vielleicht auch Anleihen und wer etwas mutiger ist, können auch Fremdwährungen dazu zählen.

Edelmetalle, wie beispielsweise Gold!

Gold wird in einem Depotanteil um die 10% als sichere Beimischung gesehen und wenn die Zeiten unsicher sind und der Goldpreis voraussichtlich steigt, vielleicht auch bis zu 20% der Geldanlage. Der Goldpreis hat seit gut 10 Jahren eine tolle Performance hingelegt und im letzten Herbst einen kleinen Kursrutsch hinnehmen müssen. Seit Anfang des Jahres rechnet man allerdings wieder mit einem weiteren Anstieg des Goldpreises und viele Analysten sehen eine Goldpreisentwicklung bis 2.000 US-Dollar je Feinunze – oder mehr – als realistisch an.

Cash auf dem Tagesgeldkonto

Bargeld gehört zu jeder Geldanlage und wird sinnvollerweise auf das Tagesgeldkonto gelegt, das für den plötzliche Geldbedarf zur Verfügung steht. Das Tagesgeldkonto ist bei einer Bank oder Sparkasse in Deutschland, die dem Einlagensicherungsfonds angeschlossen ist, gut aufgehoben und die Zinsen auf Tagesgeldkonten sind bis auf Anlagen im Festgeldbereich, die über zwei Jahre hinausgehen, meistens höher, als auf allen anderen Konten. Der Anteil für Cash im Gesamtvermögen wird vielfach bei etwa 20% als sinnvoll erachtet.

Aktien und Fonds

Der Aktienanteil und Fondsanteil ist für jeden Anleger, in jeder Vermögens- und Altersklasse, unterschiedlich zu sehen. Das kommt auf die Kenntnisse des Anlegers an, auf die Höhe der Geldanlage, den Anlagehorizont und das Anlageziel. Wenn man eine Faustregel aufstellen soll, dann könnte man sagen, dass der Anteil in sicheren Geldanlagen, also keine Aktien oder Aktienfonds, mindestens der des Lebensalters entsprechen sollte und in Lebensjahren ab 50 sogar noch mehr. Wer relativ jung ist und ein langes Anlageziel vor Augen hat, der sollte aber nicht auf Aktien und Aktienfonds (je nach Kenntnisstand) verzichten, denn über einen langen Zeitraum kann man bei Aktien von guten Unternehmen meistens wenig Fehler machen. Wer Einzelwerte bei Aktien halten möchte, sollte vorrangig auf die Dividende schauen, die vielfach über den Zinsen für Bargeldanlagen liegt.

Anleihen

Anleihen sind in letzter Zeit durch die Schuldenkrisen teilweise zu Risikopapieren geworden. Die Staatsanleihen, die noch relativ sicher sein, werfen keine Zinsen ab. Wer einen höheren Kenntnisstand hat, kann eine Mischung von guten Unternehmensanleihen und Staatsanleihen von Schwellenländern wählen, die sich im wirtschaftlichen Aufschwung befinden. Früher sagte man, dass man bei einem Aktienanteil von etwa 40% dazu ungefähr 25% des Gesamtvermögens in Anleihen investieren sollte. Ob das bei einem Negativzins für gute Staatsanleihen und einem erhöhten Risiko für andere Länder noch richtig ist, möchte ich bezweifeln.

Fremdwährungen

Bei einem unsicherer gewordenen Euro, einem an den Euro gekoppelten Schweizer Franken und einem relativ starken Dollar, sollten sich um Fremdwährungen nur diejenigen kümmern, die exakt wissen, was sie da tun. Kursveränderungen bei Währungen sind für Daytrader sehr beliebte Zockerpapiere, aber für eine mittel- oder langfristige Geldanlage selten eine gute Wahl. Wer kurzfristig mal einen kleinen Zinsgewinn machen möchte und einen kleinen Teil des Vermögens von maximal 5% in Fremdwährungen anlegen will, sollte sich genau informieren.

Ergebnis

Absolute Sicherheit ist weder bei einer Immobilie, noch bei Gold vorhanden. Bei einer Immobilie sind drei Dinge wichtig: 1. Die Lage, 2. Die Lage und 3. Die Lage! Bei Gold muss man natürlich in einem passenden Moment kaufen und auch nicht auf eine kurzfristige Rendite schauen. Wer sein Geld in verschiedenen Anlageklassen gut streut und die Rendite nicht vor die Sicherheit stellt, sollte in Immobilien, Gold, Aktien, Firmenanleihen und einer gut verzinsten Barreserve anlegen. Wie immer bei solchen Aussagen, sind auch diese Empfehlungen “ohne Gewähr.”

 

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Ein Kommentar zu “Gibt es die perfekte und sichere Geldanlage?”

  1. Martin Hark sagt:

    Ein wirklich sehr interessanter Artikel. Hier meine Gedanken dazu: Man braucht sich nur die Zahlen der Silberverwendung ansehen und schnell wird man feststellen, dass Silber als Anlagegut wieder beliebt geworden ist. Vor allem bei den Privatinvestoren! Die Nachfrage nach Silber hat sich im physischen Bereich (Silbermünzen, Silberbarren) sowie im ETF Bereich in den letzten zehn Jahren verzehnfacht. Bei der aktuellen Notenbankenpolitik und der “Ungewissheit” kann sich meiner Meinung das gleiche in den nächsten zehn Jahren wiederholen. Die Auswirkungen einer nochmaligen Verzehnfachung der Silbernachfrage aus dem privaten Sektor auf den Silberpreis kann sich heutzutage wohl niemand vorstellen!

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