Goldpreis lässt sich von der Politik beeinflussen!

CPB | Montag, 2. Juli 2012 - 09:00

Die Beschlüsse in Brüssel haben dem Goldpreis zum Wochenende wieder etwas auf die Füße geholfen. Von einem Bereich um die 1.550 Dollar machte der Preis für Goldbarren einen kräftigen Satz und auf etwas über 1.600 US-Dollar je Feinunze und schloss immerhin noch bei $ 1.598,60. Das war auch kurzfristig zwingend nötig, denn der Preis für das gelbe Edelmetall war nahe an der nächsten Unterstützungslinie bei etwa 1.525 Dollar, die einen tiefen Absturz für den Goldpreis hätte bedeuten können. Die Psychologie und das “gute Bauchgefühl” sind es, die inzwischen den Goldkurs bestimmen und nicht die Angst und Unsicherheit, so wie man das bisher meistens argumentiert hat. Auch Goldanleger haben offensichtlich das Bedürfnis nach etwas mehr Sicherheit und der Goldankauf steigt nicht bei größerer Unsicherheit, wie man gesehen hat, sondern bei einem kleinen Hoffnungsschimmer auf eine Verbesserung der Lage schlimmen Lage in Europa.

Italien gewinnt in Warschau und in Brüssel!

Der Goldpreis hat zwar auch gewonnen, aber der größte Gewinner der Woche war Italien. Italien hat im Fußball gegen Deutschland in Warschau gewonnen und in Brüssel hat Italien mit Monti gegen Angela Merkel gewonnen. Entscheidend zu diesem Erfolg der Italiener haben auch die “Schiedsrichter und Linienrichter” des Spiels in Brüssel, die aus Spanien und Frankreich kamen, beigetragen. Ob Monti das Tor gegen Merkel wirklich geschossen hat, ist allerdings zweifelhaft, denn vielleicht war es am Ende ein Eigentor Merkels, die eine größere Krise mit diesem Eigentor verhindern wollte. Mario Monti hat große Probleme in Italien und stand mit dem Rücken an der Wand. Ein Rücktritt Montis in dieser Zeit hätte Italien eine Zinsentwicklung beschert, die nur noch mit dem Euro Rettungsschirm hätte aufgefangen werden können. Leider ist der EFSM Rettungsschirm aber für Italien viel zu klein, was zu einer Katastrophe hätte ausarten können.

Warum hat der Goldpreis positiv auf Brüssel reagiert?

Italien und Spanien hatten sich gegen Merkel verbündet und die Unterstützung von Frankreich war den beiden sicher. Deutschland musste große Zugeständnisse machen und es war kein guter Tag für Merkel, aber ein guter Tag für den Goldpreis, den Euro und die Börsen. Die Spanier erhalten bis zu 100 Milliarden Euro für die maroden Banken und die von mehreren Seiten gefordert Möglichkeit, dass der ESM Rettungsschirm wackelnde Banken direkt mit Kapital versorgen kann, war der Durchbruch für alle Pleiteländer und Pleitekandidaten. Jetzt wird dafür aber erst einmal eine neue EU Bankenüberwachung installiert, die sicher wieder eine große Anzahl neue Europabeamte schafft und ein sicheres und hohes Einkommen für wenig Arbeit beschert. Jetzt wird Frankreichs Hollande darauf achten, dass noch in diesem Jahr eine Finanztransaktionssteuer eingeführt wird, die den Finanzmarkt in Europa in die Arme der Engländer treibt, die dadurch noch einmal zum Nutznießer des Euro werdend, obwohl sie weder den Euro haben, noch etwas für Europa tun. Der Goldpreis hat wahrscheinlich vor allem davon profitiert, dass nicht nur die Banken, sondern auch die Krisenstaaten selbst einen leichteren Zugriff auf ESM Rettungsmilliarden haben werden. Der Italiener Mario Draghi als EZB-Chef sagte, dass ein Missbrauch dadurch abgewehrt werden kann, dass die direkte Hilfe von der EZB an Krisenstaaten an starke Bedingungen geknüpft werden muss.

120 Milliarden Wachstumspaket zusätzlich!

Nachdem Deutschland nachgegeben hatte, wurde auch die Blockade der Italiener und Spanier gegen das Wachstumspaket für Krisenländer aufgehoben. Bisher ist Deutschland immer mit ca. 27% an allen Kosten für die Eurorettung dabei, aber das wird ganz sicher nicht alles sein. Es gibt mehrere Wetten, die man heute mit einer großen Gewinnchance abschließen kann:

Wetten, dass die Krise noch lange nicht vorbei ist!

Die Eurokrise ist noch lange nicht vorbei, denn die Wirtschaft in Griechenland, Spanien, Portugal und Italien lahmt, wie ein krankes Pferd. Der Arbeitsmarkt im Süden Europas ist faktisch tot. Die Jugendarbeitslosigkeit liegt an vielen Orten bei 40-50%. Die Banken trauen sich noch immer gegenseitig nicht und parken Hunderte von Milliarden Euro bei der EZB.

Wetten, dass die Griechen einen Schuldenerlass oder Teilschulderlass bekommen!

Nach dem Schuldenschnitt ist vor dem Schuldenschnitt. Die privaten Gläubiger haben schon Federn gelassen und demnächst werden auch die Euro-Staaten, mindestens über die EZB-Finanzierung, dran sein.

Wetten, dass die 100 Milliarden für die Banken in Spanien nicht ausreichen!

Bis zu 100 Milliarden sollen die Banken in Spanien aus Europa bekommen. Vor etwa zwei Jahren war die Rede von Bauruinen im Finanzierungswert von ca. 300 Milliarden Euro. Seit dieser Zeit hat sich die wirtschaftliche Lage in Spanien wesentlich verschlechtert und der Arbeitsmarkt liegt am Boden.

Wetten, dass die Sparpakete in den Pleiteländern die Wirtschaft weiter schwächen!

Die Sparpakete sind sicher in einigen Bereichen nötig, aber wer die Wirtschaft kaputt spart, der hat noch weniger Steuereinnahmen, als vorher. Dieses Konzept kann nur dazu führen, dass die Staaten immer schwächer werden und immer größere Rettungsschirme sind die Folge.

Wetten, dass Europa eine Transferunion wird!

Fiskalpakt hin oder her. Weiter sparen kann eine Grundlage dafür sein, dass man erst einmal ein Fundament für ein weiteres Zusammenrücken in Europa schaffen will. Ein Stabilitätspakt, der die Länder weiter schwächt, kann aber keine Dauerlösung sein. Wer ein vereinigtes Europa will, muss auch dafür bezahlen wollen. Die Wirtschaftskraft zwischen den einzelnen Mitgliedsstaaten ist so unterschiedlich, wie es auch innerhalb Deutschlands die Länder sind oder beispielsweise der starke Norden Italiens im Vergleich zum Mezzogiorno, also dem Süden des Landes.

Wie viel verdient Deutschland am Euro?

Bisher hat die Eurorettung nichts gekostet. Es handelt sich derzeit noch um Bürgschaften. Deutschland hat allerdings schon an der Eurorettung indirekt verdient, denn die Pleiteländer haben bisher den Schuldendienst bedient. Die Zinsen für Staatsanleihen, sind gestiegen und die Einnahmen daraus größer geworden. Andererseits haben die Eurokrise und die Angst vor dem Zerfall der Währungsunion die deutschen Staatsanleihen spottbillig gemacht und es ging sogar soweit, dass Anleger einen kleinen Beitrag dafür draufgezahlt haben. Der Export hat vom Euro stark profitiert, denn die Parität zum US-Dollar hat den Exporteuren geholfen, anders als es durch die Aufwertung des japanisch Yen oder beispielsweise des Schweizer Franken in diesen Ländern der Fall war. Der bisherige Verdienst wird sich allerdings bald verflüchtigen, denn die Kosten rollen auf uns Steuerzahler unaufhaltsam zu.

Der deutsche Steuerzahler wird noch zur Kasse gebeten!

Die Wette, dass Europa, mindestens die Eurozone, zu einer Transferunion wird, kann sicher bald eingelöst werden. Erst werden es die Staatsanleihen sein, die vom Steuerzahler in Deutschland und nicht mehr von den Griechen, Portugiesen oder Spaniern bedient werden. Ob die Eurorettung durch direkte Zahlungen an die Pleiteländer, wie in einem Länderfinanzausgleich, billiger ist oder die Länder in die Insolvenz gehen und die Kredite nicht mehr bedient werden, darüber wird von vielen Experten und von denen, die gerne Experten wären, gestritten. Es gibt Studien, die ein solches Szenario angeblich berechnet haben wollen und zu dem Ergebnis kommen, dass Deutschland und andere Euroländer mehrere Hundert Milliarden Euro Vorteile durch den Euro hatten. Wer aber an diese Studien glaubt, den sollte man fragen, ob er auch an Studien glaubt, die die Existenz des Weihnachtsmanns belegen.

 Die Gold Spekulanten haben Angst bekommen!

Der Goldkurs hat zwar am Freitag einen großen Sprung nach oben gemacht, aber das haben die Gold Spekulanten zwischen dem 19. und 26. Juni natürlich noch nicht gewusst. In diesem Zeitraum haben die Goldkontrakte um 1,2% abgenommen. Der COT Report zeigte, dass die kumulierten Netto-Long-Position um 11,9% zurückgingen. Das ist für die optimistische Markterwartung der großen und kleinen Goldspekulanten ein herber Einbruch. Die kleinen Goldspekulanten zogen sich mit 21,1% zurück und die Großspekulanten waren immerhin auch zu 10,1 Prozent nicht von einer positiven Goldpreisentwicklung überzeugt. Wahrscheinlich ärgern sich aber jetzt schon wieder viele Gold Spekulanten, dass sie im falschen Moment Angst bekommen haben, denn allein am Freitag hat der Goldkurs einen Gewinn von 3,5% gebracht.

 

 

 

 

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