Gold auf Erholungskurs oder bald Höchstkurse?

CPB | Montag, 6. August 2012 - 09:00

Der Goldpreis schlägt sich nach kurzem Blick unter die 1.600 Dollar wieder über diese wichtige Marke und man darf gespannt sein, ob er im nächsten Anlauf über 1.620 oder sogar 1.630 US-Dollar je Feinunze kommt. So abhängig von der aktuellen Nachrichtenlage, wie in diesem Jahr, hat sich der Goldpreis nur selten bewegt und jede Meldung von der US-Notenbank oder aktuell der EZB zeigt, wie labil die Goldpreisentwicklung in Zeiten von Schuldenbergen, Pleitestaaten und Eurokrise ist. Auch der Euro selbst hat gegenüber dem US-Dollar an Wert verloren, was für den Goldankauf in Euro leider nicht sehr günstig ist. Erst eine Stabilisierung in der Eurozone wird diesen Trend wieder etwas umkehren und den Euro gegenüber dem Dollar stärken. Es war aber nicht nur der Euro, der billiger geworden ist, sondern beispielsweise auch die indische Rupie, was für den Goldpreis nicht förderlich war, weil die Inder bisher der größte Goldimporteur der Welt waren. Man wird sehen, ob die Chinesen den Indern in diesem Jahr den Rang ablaufen.

Ist die Bodenbildung beim Gold vorbei?

Seit Mitte Mai 2012 bewegt sich der Goldpreis in einem Korridor von ca. 1.540 bis 1.620 Dollar. Es gab bisher keine signifikante Goldpreisveränderung in diesem Jahr und die Goldinvestoren, die nach den Höchstkursen im September vorigen Jahres ausgestiegen sind, stehen für den Neueinstieg bereit. Jetzt fehlt nur noch ein kleiner Impuls und die Goldrallye beginnt, meinen einige namhafte Goldexperten. Mario Draghi hat den ersten kleinen Schub mit seiner Aussage marode Staatsanleihen aufzukaufen schon gegeben und man wird jetzt sehen, was die Troika zu Griechenland sagt. Goldbarren sind nicht nur der sichere Hafen gegen Inflation, sondern bei Negativzinsen kurzfristig sogar eine sichere Geldanlage mit Verzinsung, wenn man im richtigen Moment einsteigt. Über physisches Gold als langfristig sichere Geldanlage gibt es kaum Zweifel und die Rentabilität ist immer eine Frage der Zinssituation und der Risikobereitschaft der Anleger. Tatsache ist, dass Gold für viele Investoren jetzt wieder sehr interessant wird und als Depotbeimischung von einigen professionellen Anlageberatern empfohlen wird.

Gold Analysen, Gold Analysten, Gold Prognosen und Gold Meinungen!

Wir wollen unsere Serie über die teils abenteuerlichen Goldprognosen von wirklich bekannten Goldanalysten heute fortsetzen und abschließen. Als Krönung unserer Serie über die Goldanalysen haben wir heute die drei Spitzenreiter, die einen Goldpreis zwischen 10.000 und 15.000 US-Dollar je Feinunze prognostizierten. Dabei handelt es sich nicht nur um irgendwelche Scharlatane oder Artikelverkäufer, sondern auch um ernsthafte Analysten. Der erste Gold Analyst ist der plötzlich am 23. Dezember 2010 verstorbene
Howard Katz.

Howard Katz prognostizierte im Dezember 2009 einen Goldpreis von

14.000 US-Dollar je Feinunze,

der im Jahr 2012 bereits bei ca. 10.000 USD liegen sollte. Katz studierte in Harvard Mathematik und Geschichte. Er war Gründer und Inhaber der Howard Katz Estate. Er war mit seiner Firma Herausgeber von mehreren Newslettern aus dem Bereich Finanzen und Autor mehrerer Bücher.

In seiner Goldanalyse schrieb Katz von einer im Jahr 2010 Rückzahlbaren Schuldenquote von 2 Billionen Dollar und einem zusätzlichen Finanzbedarf von 1,5 Billionen Dollar und stellte sich die Frage, wer dem US-Finanzminister wohl in einem Jahr 3,5 Billionen Dollar leihen kann. Das waren damals fast 30% des BIP der USA. Heute wissen wir, dass sich die Amerikaner immer weiter verschuldet haben und parallel die Gelddruckmaschine angeworfen wurde. Dazu kamen die Null-Zinsen-Politik der FED und der Aufkauf von eigenen Staatsanleihen durch die US-Notenbank. Wann diese Blase platzt, wird man sehen. Katz zitierte auch in diesem Zusammenhang die bis 1999 geheime Greenspan-Guidotti-Regel. Eine Formel, die besagt, dass ein Land mindestens Devisenreserven in Höhe von 100% der kurzfristigen Auslandsschulden haben sollte, um nicht in die Hände von Spekulanten zu geraten.

Katz errechnete für die USA mit den Goldreserven, Ölbeständen und Devisenreserven eine Summe von 500 Milliarden Dollar. Die Auslandsschulden der USA, die in den folgenden 12 Monaten fällig wurden, waren aber schon 2 Billionen Dollar, wovon etwa 880 Milliarden $ von ausländischen Gläubigern stammten. Howard Katz stellte die Frage, woher dieses Geld kommen könnte, denn die gesamten inländischen Ersparnisse der USA belaufen sich nur auf etwa 600 Milliarden USD. Bei einem Kapitalbedarf von ca. 3,5 Billionen in einem Jahr, bedeutet das einen Fehlbetrag von fast 3 Billionen $. Katz sah nur die Druckmaschine, die für die USA diesen Fehlbetrag ausspucken konnte und stellte fest, dass diese Politik den Dollar schwächt und den Goldpreis beflügelt. Greenspan-Guidotti prognostizierten bei solchen Zahlen 1999 die schwerste Währungskrise für die USA. Wir wissen heute, wie Greenspan als FED-Präsident das Problem gelöst hat. Mit der Druckmaschine.

Ben Davis

Ben Davis sagte im Juli 2010 einen Goldpreis zwischen

10.000 und 15.000 US-Dollar je Feinunze

voraus.

Ben Davis ist CEO von Hinde Capital, einer britischen Fondsgesellschaft. Man muss den Eindruck haben, dass Davis seinen Gold Fonds mit seiner Goldprognose verkaufen wollte. Fondsmanager Ben Davis schrieb in verschiedenen Veröffentlichungen über unvorstellbare Goldpreise beim Höhepunkt der Gold Hausse und beschrieb den Übergang von der Papierform zu physischem Gold. Er berichtete von abenteuerlichen russischen Spionageringen, riesigen russischen Goldreserven und einem alternativen Währungskorb in Gold als einer konkurrierenden Reservewährung in einer China-Russland-Deutschland-Achse. Er berichtete von einer Golddeckung der Währungen der G20-Staaten von nur noch 0,26%. In den 40er bis 60er Jahren lag die Golddeckung der Währungen bei ca. 40% und 1980 sah Davis eine Überbewertung des Goldes, weil eine Golddeckung von 120 bis 140% vorhanden war. Ben Davis stellte die Geldmenge mit dem Goldpreis in Relation und stellte fest, dass bei einer 40%igen Golddeckung der Geldmenge ein Goldpreis von 36.000 Dollar herauskommt und selbst bei einer Halbierung der Goldabsicherung der Währungen nannte er einen fairen Goldpreis von 10.000 bis 15.000 $ für angemessen. Auch die Aufkäufe von US-Staatsanleihen durch die FED, seinerzeit QE2 genannt, sah Davis sehr kritisch. Der Wert der Goldreserven der FED würde durch die Aufkäufe der Staatsanleihen täglich steigen, nur der Preis schlägt nicht auf die Märkte durch, weil nur 2 bis 3% Goldbarren als Geldanlage halten.

Mike Maloney

Mike Maloney hat sich nicht auf ein Datum festgelegt, aber sieht den Goldpreis bei

15.000 $.

Maloney ist autodidaktische Historiker mit dem Spezialgebiet monetäre Geschichte und Ökonomie. Maloney soll Legastheniker sein und die Schule in der 10. Klasse verlassen haben. Er ist Firmengründer im Bereich Vertrieb, Entwickler von Stereoanlagen. 2005 gründete er die Maloney Incorporated Gold and Silver und Goldsilver.com. Er ist schließlich Edelmetall-Investor und Autor mit dem meistverkauften Buch über Investitionen in Edelmetallen.

Maloney verkauft heute Gold und bietet die Lagerung von Goldbarren in Tresoren an. Trotz aller Erfolge des Selfmademan und seiner Geschäftstüchtigkeit kann man Maloney vielleicht nicht als den wirklichen Experten für die Goldpreisentwicklung akzeptieren. Wer Gold verkaufen will, muss natürlich seine Kunden von den möglichen Wertsteigerungen bei physischem Gold überzeugen. Aus dieser Sichtweise ist eine Goldpreisprognose in der von ihm genannten Höhe zu relativieren.

 

In der nächsten Ausgabe wollen wir herausfinden, warum sich so viele Profis beim Goldpreis und der Goldpreisentwicklung geirrt haben und wie es zu solchen Unterschieden in der Einschätzung für den Gold Marktpreis kommen konnte.

 

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