Goldpreisentwicklung seit den 70er Jahren.

CPB | Donnerstag, 22. März 2012 - 11:49

Die Goldpreisentwicklung der letzten 10 Jahre ist einmalig!

Wenn man sich die Goldpreisentwicklung anschaut, hat es seit 40 Jahren keine Phase gegeben, in der sich der Goldpreis über längere Zeit positiv entwickelt hat, wie wir es seit 10 Jahren erleben. Vergleicht man den Jahres-Durchschnittspreis für eine Feinunze Gold, so haben wir in den Jahren von 2002 bis 2011 in jedem Jahr eine Goldpreiserhöhung gehabt. Die längste Phase für eine ständige Steigerung des Goldpreises war davor über 4 Jahre von 1977 bis 1980. Trotz einer ausgezeichneten Goldpreisentwicklung über diese 4 Jahrzehnte, hat es außer diesen beiden Phasen meistens nur zwei Jahre in Folge gegeben, in denen der Preis für Goldbarren gestiegen ist und hat im darauf folgenden Jahr oder sogar zwei Jahre hintereinander wieder an Wert verloren. In der starken Phase zwischen 1977 und 1980 hat sich der Goldpreis etwa vervierfacht und in den letzten zehn Jahren hatten wir bis zu den Höchstkursen mehr als eine Versechsfachung des Goldpreises.

Gold hat in Folge weniger Verlustjahre als Gewinnjahre!

Die Goldpreisentwicklung hat meistens nur in einem Jahr einen kleinen Rückschlag erlitten, manchmal waren es zwei Jahre in Folge und nur einmal in den letzten 40 Jahren hat es drei Verlustjahre hintereinander gegeben; das waren die Jahre 1987 bis 1999. Zuvor waren es die Jahre 1981 und 1982, in denen der Goldpreis etwas gefallen war, danach 1984 und 1985, 1988 und 1989 und auch 1991 und 1992. Einen direkten Wechsel zwischen einem Gewinnjahr und einem Verlustjahr für Gold, gab es in den letzten 40 Jahren nur dreimal. Daraus ist erkennbar, dass sich der Goldpreis nicht sehr schnell durch äußere Einflüsse beeindrucken lässt und seinen Kurs schnell einmal verändert, sondern die Grundstimmung entscheidet über längere Phasen eine positiven Goldpreisentwicklung  oder auch für zwei oder in einem Fall drei Jahre eine negativen Goldpreisentwicklung.

Gold Jahresperformances im Vergleich

Wenn man die Goldpreise von 1973 bis 2011 vergleicht, ist der Goldpreis im Durchschnitt im Jahr um ca. 38,80 US-Dollar je Feinunze gestiegen. Das prozentuale Ergebnis der Goldpreisentwicklung über diesen Zeitraum ist eine durchschnittliche Jahresperformance von etwa 10,5%, die man mit keiner anderen Geldanlage erreichen konnte. Es gab viele Jahre, in denen der Goldpreis um weit mehr gestiegen ist, aber es gab natürlich auch einige Verlustjahre, die das Ergebnis für die Goldpreisentwicklung entsprechend beeinflusst haben. Auf lange Sicht ist die Goldpreisentwicklung nicht nur eine sicher Bank, sondern auch eine lukrative Geldanlage. Die höchste Goldpreissteigerung hatten wir 1980 mit 101%, gefolgt von 1974 mit 62% und 1979 mit 57% Goldpreissteigerung. Bei den Verlustjahren waren es die Jahre 1981 mit einem Goldpreisverlust von ca. 25%, 1976 hatten wir etwa 22% Goldpreiseinbuße und 1997 waren es 14% Verlust beim Goldpreis. 1981 und 1982 sind die Goldpreisverluste u.a. mit Gewinnmitnahmen zu argumentieren, die nach den 4 starken Jahren für den Goldpreis zwischen 1977 und 1980 zu erklären sind. In diesen 4 Jahren gab es eine Goldpreis-Rallye von 18%, 30%, 57% und 101% und dadurch eine Goldpreisentwicklung von 125 US-Dollar auf 613 $ je Feinunze von dem gelben Edelmetall. Für die starken Erhöhungen der Goldkurse und die Goldpreissenkungen in anderen Jahren muss man etwas genauer hinschauen, um einen möglichen Zusammenhang mit der weltwirtschaftlichen Lage zu erkennen.

Warum gab es hohe Goldpreissteigerungen?

Interessant ist der Blick auf die Jahre mit den höchsten Goldpreisentwicklungen und auf die Jahre mit den negativsten Entwicklungen beim Goldpreis. Welche Ereignisse waren für diese Jahre prägend und welche Entwicklungen haben eventuell den Preis für Gold beeinflusst. Vielleicht erkennt man in dem einen oder anderen Fall eine Parallele zur heutigen Zeit und kann daraus eine Handlungsanleitung für einen Goldankauf zum richtigen Zeitpunkt erkennen. Die höchste Goldpreisentwicklung mit über 100% gab es 1980. In diesem Jahr marschierte die Sowjetunion in Afghanistan ein und die Amerikaner wählten den Schauspieler und erzkonservativen Ronald Reagan zum Präsidenten. Wegen des Einmarsches der Sowjets in Afghanistan wurden die Olympischen Sommerspiele in Moskau von 57 Ländern boykottiert. Auf dem Münchner Oktoberfest gab es ein Bombenattentat, bei dem 13 Menschen starben und 200 Besucher verletzt wurden. Schließlich gründete sich in Deutschland eine neue Partei, die Grünen. Auf dem zweiten Platz steht das Jahr 1974, in dem der Goldpreis um über 60% anstieg. Die Jahre 1973 und 1974 waren von der ersten Ölpreiskrise gekennzeichnet. Die OPEC erhöhte den Ölpreis in dieser Zeit um satte 70% und die Auswirkungen waren weltweit wirtschaftlich massiv zu spüren. In Deutschland stürzte Kanzler Willy Brandt über den DDR-Spion Guillaume und Helmut Schmidt wurde zum Kanzler der Bundesrepublik Deutschland gewählt. Auf dem dritten Platz steht das Jahr 1979, in dem in Kambodscha die Mörderbande der “Roten Khmer”, die das Land in eine kommunistisch-maoistische Zukunft schicken wollte, durch vietnamesische Truppen geschlagen. Die Massenmorde wurden nach der Einnahme der Hauptstadt Phnom Penh beendet und die Volksrepublik Kambodscha wurde kurz danach ausgerufen. Schüsse an der deutsch-deutschen Grenze waren an der Tageordnung und die Menschen aus der ehemaligen DDR flüchteten auf sehr kreative, aber gefährlich Weise aus dem Land hinter dem “eisernen Vorhang”. 1979 war es auch, als zwei Familien in einem selbst gebastelten Heißluftballon die Grenze überflogen und im “goldenen Westen” in Freiheit landeten.

Was passierte in den Jahren mit hohen Verlusten beim Goldpreis?

Das Jahr 1981 brachte für den Goldpreis den größten Abschlag in den beschriebenen fast 40 Jahren von ca. 25%. Das geopolitische Umfeld war bis auf das Säbelrasseln des frisch gewählten Hardliners im Amt des US-Präsidenten Ronald Reagan und dem nach der Gründung der Gewerkschaft “Solidarnosc” in Polen verhängten Kriegsrecht durch den Regierungschef General Jaruzelski ruhig. Politisch gab es außer der Wiedervereinigung von Vietnam, dem Tod von Mao Zedong in China und dem Wahlsieg von Helmut Schmidt gegen Helmut Kohl in Deutschland im Jahr 1976, das dem Goldpreis einen Verlust von ca. 22% bescherte, keine herausragenden Ereignisse. Das drittschlechteste Jahr für den Goldpreis war 1982 mit einem Kursrutsch beim Goldpreis von ca. 18%. Auch in diesem Jahr war es an den Fronten in der Weltpolitik relativ ruhig. Helmut Schmidt verlor das Amt des Bundeskanzlers der Bundesrepublik Deutschland an Helmut Kohl. Der Unfalltod der Fürstin von Monaco und früheren US-Schauspielerin Grace Kelly und der Tod der Schauspielerin Romy Schneider beschäftigten die Boulevardpresse.

Fazit: Für die Goldpreisentwicklung sind besonders unsichere geopolitische Zeiten sehr positiv, bzw. verursachen größere Sprünge beim Goldpreis. Kriege und Kriegsangst treiben den Goldpreis mehr, als wirtschaftlich unsichere Zeiten. Trotz des massiven Goldpreisanstiegs in den letzten zehn Jahren hat es in dieser Zeit zwar wegen der andauernden Unsicherheit kontinuierliche Goldpreissteigerungen gegeben, aber die größten Goldpreissteigerungen lagen nicht bei 60 oder gar 100% pro Jahr, sondern bei vergleichsweise “nur” 35, 26 und 25%. In politisch ruhigen Zeiten gibt der Goldpreis üblicherweise nach und man hat den Eindruck, als ob in diesen Zeiten Gewinnmitnahmen stattfinden.

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2 Kommentare zu “Goldpreisentwicklung seit den 70er Jahren.”

  1. CPB sagt:

    Hallo drmoney,

    vielen Dank für den Kommentar. Der Sprung beim Goldpreis im letzten Sommer hatte ohne Zweifel wirtschaftliche Gründe. Nicht nur die Schuldenkrise in Europa, sondern wahrscheinlich auch die drohende Staatspleite in den USA (erneute Anhebung der Schuldenbremse) waren sicher ausschlaggebend für die Goldpreisentwicklung. Trotzdem gehört das Jahr 2011 mit einer Goldpreiserhöhung von ca. 28% nicht zu den stärksten Jahren. Das waren eher die Jahre mit kriegerischen Auseinandersetzungen.

  2. drmoney sagt:

    Waren denn die Kriege in den letzten Jahren die Gründe oder doch eher die unsicheren Börsenzeiten?
    Grade der Sprung im letzten Juli von ca 1400 auf 1800
    (zu sehen hier: http://www.gold-goldbarren.com/goldpreise/goldpreisentwicklung/ )

    war doch stark durch wirtschaftliche Unsicherheit getrieben,oder?

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