Ist die ganze Welt jetzt pleite? – Führt die Schuldenkrise in den USA, Japan und der EU zum Staatsbankrott?

CPB | Mittwoch, 13. Juli 2011 - 10:14

Die Finanzkrise hat die Schuldenuhren in der ganzen Welt schneller ticken lassen, aber die Grundlagen für die Schuldenkrise waren bereits früher gelegt. Die Politik hat in vielen Ländern versagt, denn ganz selbstverständlich wurden Jahr für Jahr neue Kredite aufgenommen und wenn die Netto-Kreditaufnahme einmal unter dem geplanten Niveau lag, sprach man bereits von einem “Sparhaushalt.” Die Überschuldung nimmt in vielen Ländern Größenordnungen an, die für die meisten Menschen unvorstellbar ist. Das betrifft nicht nur kleine Staaten mit geringer Wirtschaftskraft,  sondern auch mittlere und große Industrienationen werden inzwischen schon fast von der Schuldenlast erdrückt und sind quasi pleite. Eingebaute Sicherheitshürden zur Vermeidung von Schuldenkrisen werden von vielen Ländern missachtet und selbst eingegangene Verträge sind nicht das Papier wert, auf dem sie geschrieben sind.  Um die Staatsverschuldung in einem richtigen Verhältnis zur Wirtschaftskraft eines Landes zu sehen, wird sie in % vom Bruttoinlandsprodukt (BIP) ausgedrückt. Im Maastricht-Vertrag ist für die EU eine Höchstverschuldung von 60% des BIP vereinbart worden. Diese Messlatte wird inzwischen nicht nur von Griechenland, Italien, Portugal und Irland gerissen, sondern auch von Belgien, Frankreich, Österreich und Deutschland. Die Griechen haben es auf eine Verschuldung von etwa 160% des BIP gebracht, Italien auf ca. 120% und Portugal, Irland und Belgien liegen bei ungefähr 100%. Aber auch die großen Volkswirtschaften Großbritannien, Frankreich und Deutschland sind mit 80% bis 85% des Inlandsproduktes weit über dem Maastricht-Wert verschuldet. Der Durchschnitt der EURO-Zone pendelt sich bei einer Verschuldung in Höhe von 85% des Bruttoinlandsprodukts ein und in der gesamten EU liegt der Wert um etwa 5% günstiger.

Staatsbankrott in den USA und in Japan?

In den USA ist die Lage im Moment unruhig, weil die US-Amerikaner eine Schuldenbremse vor dem Staatsbankrott von 100% des Inlandsprodukts in der Verfassung haben. Wenn die Republikaner nicht zustimmen, wird die Administration von Präsident Obama in wenigen Wochen vor der Situation stehen, die Rechnungen nicht mehr bezahlen zu können. Es muss in der Schuldenkrise USA unbedingt eine Einigung zwischen den Demokraten und den Republikanern erfolgen, aber beide Seiten stellen Bedingungen an eine gemeinsame Erhöhung der Schuldenbremse. Die USA liegen bei einem Schuldenstand von über 14 Billionen Dollar, was etwa der Wirtschaftskraft eines Jahres entspricht. Zur Schuldenkrise Japan hört man in Europa nicht sehr viel, obwohl bei den Japanern die Schuldenbombe bald platzen muss und ein Staatsbankrott Japan nicht ausgeschlossen ist. Mit über 230% des BIP nimmt Japan unter den Industrienationen eine traurige Spitzenposition ein. Der halbe Haushalt in Japan wird durch Neuverschuldung bedient und etwa die Hälfte der Steuereinnahmen muss inzwischen schon für Zinsen eingesetzt werden, obwohl sich die Japaner mit nur 1,3 % Zinsen für 10jährige Staatsanleihen zufrieden geben. Die Schuldenkrise Japan, damit sind umgerechnet ca. 7,7 Billionen EURO gemeint, kann nicht mehr lange ohne Folgen bleiben.

Wo sind die Schuldenfallen?

Die Schuldenfallen sind fast überall identisch und es spielt keine Rolle dabei, ob es sich um ein Land in der EURO-Zone handelt, um ein EU-Land oder auch Staaten in Übersee. Der Weg in die Pleite läuft in der Regel ähnlich ab. Eine falsche Finanzpolitik führt in die Schuldenkrise. Jeder Privathaushalt und jedes Unternehmen weiß, dass man mit seinen Einnahmen auskommen muss und wenn man Kredite braucht, diese auch zurückzahlen muss. Diese Binsenweisheit scheinen die meisten Politiker für den Staatshaushalt nicht zu beachten. Wenn Privatleute oder Firmen ihre Schulden nicht mehr bezahlen können, muss Insolvenz angemeldet werden. Diese geordnete Insolvenz gibt es in der Volkswirtschaft eines Staates bisher nicht. Die jetzt hoch verschuldeten Länder haben immer wieder neue Kredite aufgenommen, ohne die Altschulden zu tilgen. Dadurch entsteht über viele Jahre ein Zinseszinseffekt, der die benötigte Summe Jahr für Jahr steigen lässt und damit die Schuldenkrise verschärft. Vielfach sind auch Wahlversprechen und eine zu hohe Staatsquote im Haushalt die Gründe für die steigende Schuldenlast. An der Schuldenkrise USA haben u.a. auch die teuren Kriege an unterschiedlichen Orten der Welt eine Mitschuld. Zu viele Menschen werden im Öffentlichen Dienst beschäftigt und zu viele Menschen bekommen ihr Einkommen direkt oder indirekt vom Staat. Dazu gehören neben den Beamten und Angestellten des öffentlichen Dienstes, die Bezieher von Pensionen, die Politiker, Sozialhilfeempfänger, BAföG-Bezieher, Arbeitslose, die Zuschüsse für die Rentenkasse und andere Sozialversicherungen.

Wie kommt man aus der Schuldenschraube heraus?

Der Weg in die Schuldenfallen bis zu einem möglichen Staatsbankrott ist einfach. Der Weg hinaus ist viel schwerer, manchmal schmerzhaft für die Bevölkerung und dauert sehr lange. Einige Länder haben eine Schuldenbremse in der Verfassung, zu denen auch Deutschland gehört. Es betrifft die Neuverschuldung, die ab 2011 nur noch 0,35% des BIP betragen soll und als Ausnahmen sind nur Naturkatastrophen und schwere Rezessionen vorgesehen. Ab 2016 soll im Bund ein ausgeglichener Haushalt vorgelegt werden und in den Ländern ab 2020. Der Maastricht-Vertrag hat die Schuldenbremse bei 60% des BIP und maximal 3% Neuverschuldung pro Jahr. Wenn man sich allerorts an diese Vorgaben bisher gehalten hätte, wäre es um die Staatsverschuldung in vielen Ländern besser bestellt. Bisher wurde allerdings vielfach immer nur auf die Einnahmeseite geschaut, wenn man mal wieder Geld brauchte, wobei Steuererhöhungen oder neue Steuern natürlich auch denkbar sind, aber wichtiger ist in jedem Fall die Ausgabenseite zu überprüfen. Der Bundesrechnungshof legt in jedem Jahr viele Projekte offen, mit denen viel Geld aus den Haushalten verschleudert wurde, aber das ist sicher nicht alles. Sparen ist in diesem Fall kein Zauberwort, sondern eine Notwendigkeit, um aus der Schuldenkrise herauszukommen.

Ist die letzte Rettung eine Inflation?

Wenn keine anderen Maßnahmen mehr helfen können, gibt es in der Geschichte einige Beispiele für eine Geldentwertung. Mit den eigenen Währungen haben das früher auch viele Länder der EURO-Zone gemacht. Die Schuldenkrise Griechenland und die Schuldenkrise Italien hätte man vor der EURO-Zeit mit einer Abwertung der Währung bekämpft. Das geht heute mit den EURO nicht mehr, ohne den EURO insgesamt abzuwerten. Um darüber zu spekulieren ist es sicher noch zu früh, aber in den USA und vielleicht auch in Japan wird schon darüber nachgedacht. Um sein privates Vermögen gegen eine Geldentwertung abzusichern, kann man in Sachwerte investieren. Dazu gehören Immobilien und insbesondere auch Gold.  Wir hatten schon im Mai darauf hingewiesen, dass nicht nur Privatleute die Absicherung durch Gold suchen, sondern auch verschiedene Notenbanken ihre Goldreserven auffüllen.  Mit Gold ist man vor einem Börsencrash und der Geldentwertung sicherer. Handeln sie und kaufen sie Gold zur Diversifikation, bevor eine Pleite unabwendbar ist. Im Kapitel Goldanlage informieren wir, wie das funktioniert und wieviel man zur Absicherung in Gold investieren sollte.

 

 

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Ein Kommentar zu “Ist die ganze Welt jetzt pleite? – Führt die Schuldenkrise in den USA, Japan und der EU zum Staatsbankrott?”

  1. ego sagt:

    Die amerikanische Schuldenkrise nähert sich ihrem Zenit. So langsam wird es eng für den Präsidenten. Was würde sich eigentlich ändern, wenn die Republikaner einer Erhöhung der Schulden zustimmen würden. Nichts. Amerika hätte mehr Schulden. Warum nicht das machen, was Griechenland machen muss? Den Staatsbankrott erklären.

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