Gold: Spekulanten setzen auf Short-Positionen!

CPB | Montag, 25. Februar 2013 - 08:00

Die Zahl der offenen Goldkontrakte steigt, aber die Spekulanten mit einer optimistischen Markterwartung für die Goldpreisentwicklung verlassen ihre Positionen. Das ist die kurze Zusammenfassung aus dem COT-Report der vorigen Woche. Die Gold Futures haben um 2,8 Prozent zugenommen, aber die Zahl der Netto-Long-Position fiel bei den Non-Commercials um 17,8 Prozent und die Goldkontrakte der Non-Reportables wurden um 15,9 Prozent weniger. Das bedeutet, dass eine große Zahl der Goldspekulanten jetzt Gold auf Short-Positionen verschoben hat. Das ist zwar keine panische Massenflucht aus dem Gold, aber immerhin ein Hinweis dafür, dass die positive Grundstimmung für Gold erheblich gelitten hat. Diese Beobachtung konnte man auch bei den Gold-ETFs machen, denn in der vergangenen Woche verzeichnete allein der größte Gold-ETF (SPDR Gold Shares) einen Goldabfluss von ca. 42 Tonnen des gelben Edelmetalls, das in Form von Goldbarren bei den ETFs gesichert ist. Ob das Gold in der Bärenfalle ist, wird sich in den nächsten Tagen herausstellen, denn wenn die Marke bei 1.550 US-Dollar für die Feinunze Gold hält, dann könnte der Goldpreis wieder in Richtung Norden drehen und er ganze Spuk wäre vorbei.

Das waren keine schönen Wochen für Goldanleger!

Der Goldpreis war in den letzten Wochen auf Sinkflug und der sichere Hafen Gold könnte sich zu einem tiefen Graben entwickeln, in dem die Goldgewinne in der Tiefe versinken. Zunächst waren es die auf eine Besserung abzielenden Konjunkturdaten und die Ruhe in der Schuldenkrise in Europa, die auf das Gold und die Goldpreisentwicklung einen negativen Einfluss hatten. Dann kam auch noch die Nachricht, dass der Milliardär George Soros einen Teil seiner Goldpositionen im letzten Quartal 2012 verkauft hatte und schließlich war es die FED-Sitzung, die den Goldpreis dann unter die 1.600-Dollar-Grenze fallen ließ. Aus dem Protokoll der US-Notenbank ging hervor, dass es immer mehr Stimmen gibt, die die Gelddruckmaschinen der FED langsamer laufen lassen wollen und die Lockerung der Geldpolitik in den USA inzwischen nicht mehr ganz so positiv sehen, wie man das aus früheren FED-Protokollen erkennen konnte. Nach dieser Folge von für den Goldpreis nicht so schönen Meldungen war der Preis für das gelbe Edelmetall auf einen Tiefstkurs seit sieben Monaten gefallen, aber konnten sich noch gerade bei 1.555 Dollar vor dem größeren Absturz retten, der zwangsläufig eintreten würde, wenn sich der Goldpreis unter 1.550 US-Dollar ansiedelt.

Gold auf sicherem Terrain oder in Absturzgefahr?

Der Goldpreis prallte zwar beim ersten Anlauf nach unten an der 1.550-Dollar-Marke ab, aber bedeutet das, dass der Preis für Goldbarren jetzt wie in 2011 und 2012 bereits schon einmal unwiderruflich nach oben schnellt? Ist das für den Goldpreis bereits die Rettung und hat die Stabilisierung des Goldpreises bereits eingesetzt? Diese Fragen werden uns in den nächsten Tagen beschäftigen. An den Terminmärkten ist derzeit die positive Stimmung für den Goldpreis verflogen und auch die langfristiger orientierten ETF-Anleger haben sich in den letzten Tagen von größeren Positionen Gold getrennt. Die allgemeine Lage hat sich nur in der Wahrnehmung geringfügig verändert und man hat den Eindruck, als ob die Sparer, Anleger und Investoren mit einer rosaroten Brille herumlaufen. Die Schuldenkrise in Europa ist noch lange nicht vom Tisch und die Arbeitslosenzahlen in Südeuropa steigen kontinuierlich. Die Schuldenberge werden größer, was sich auch durch die Abstufung der Briten von Moodys in der letzten Woche zeigte. Jetzt werden die Engländer für ihre Schulden mit höheren Zinsen zur Kasse gebeten und die EU sollte sich auf keinen Fall auf die dreisten Forderungen der Leute von der Insel einlassen. Großbritannien wird die EU voraussichtlich demnächst mehr brauchen, als die EU die Briten! Allein die geringen Inflationszahlen in Deutschland, Frankreich und anderen EU-Mitgliedsstaaten können doch nicht der Grund dafür sein, dass sich die Anleger aus dem Gold zurückziehen. Unsicher Staatsanleihen sind keine Alternative und die Staatsanleihen mit einem ausgezeichneten Rating bringen fast keine Zinsen mehr. Einzig und allein der Aktienmarkt und die Markt für gute Unternehmensanleihen verspricht noch eine einigermaßen Rendite, denn auf Tagesgeld und Festgeld gibt es auch fast nur noch Angebote, die unter der Inflationsrate liegen.

Ist Gold verkaufen jetzt ein Fehler?

Das Handelsblatt titelt, dass die Anleger ihr Gold zu voreilig verkaufen. Einige Goldexperten und Anlageprofis sind der Meinung, dass Goldverkauf im Moment nicht angebracht ist. Als Hauptgrund für den Goldpreisverfall nennen die Analysten die Angst vor dem Ende der lockeren US-Geldpolitik; aber aus welchem Grund sollten die Amerikaner ihre Niedrigzinspolitik und Politik der Gelddruckmaschinen verlassen? Die Konjunkturdaten sind noch lange nicht da, wo man sie haben möchte und auch die Arbeitslosenzahlen haben sich nur sehr gering verbessert. Auch in Europa ist das Tal noch nicht überwunden und alleine gute Wirtschaftszahlen aus Deutschland werden den Verfall des Euro und die Schuldenkrise nicht überwinden können. Die Goldanleger sind offensichtlich verunsichert und vertrauen dem gelben Edelmetall nicht mehr grundsätzlich. Wahrscheinlich sind die Meldungen über eine Goldblase und einen drohenden Goldpreisverfall der Grund, warum die Sparer, Anleger und Investoren sich im Moment nicht trauen Gold zu kaufen; es könnte sich allerdings derzeit um Schnäppchenpreise für Gold handeln. Nur unter 1.550 Dollar sollte man sich möglicherweise nicht sofort zum Goldankauf entscheiden und nach einem Sturz unter diese Marke auf neue Widerstände und neue Kaufkurse warten.

Werden Goldanleger die großen Gewinner sein?

Im Wall Street Journal konnte man einen Artikel lesen, der sich mit dem Währungskrieg und seinen Folgen auseinandersetzte. Als Währungskrieg bezeichnet man die Situation, wenn Länder ihre eigene Währung schwächen, um sich Exportvorteile zu verschaffen. Gleichzeitig werden durch eine schwächere Währung die Importwaren teurer im Land und damit für den Binnenmarkt uninteressanter. Als Beispiel für einen Währungskrieg wird die Schweiz angeführt, die den Schweizer Franken bei 1,20 an den Euro gekoppelt hat. Auch Japan ist als Beispiel genannt. Die japanische Regierung hatte die Nationalbank ermutigt eine Inflationsrate von 2 % anzustreben und die niedrigen Zinsen der Notenbank ermutigen die Japaner ihr Geld auch im Ausland anzulegen. Der Ankauf von Fremdwährungen schwächt den YEN ebenfalls und die Japaner haben dadurch ein kombiniertes Währungs- und Konjunkturprogramm. Einige Finanzexperten sagen, dass der Währungskrieg bereits seit einigen Jahren angelaufen ist und die geldpolitischen Lockerungsmaßnahmen der Notenbanken, die Aufkäufe von maroden Staatsanleihen und das Fluten der Märkte mit einer immer größeren Geldmenge dazu gehören. Wenn die USA, Japan und Europa im Wettbewerb stehen ihre eigenen Währungen abzuwerten, dann kann für Sparer, Anleger und Investoren nur Gold der Ausweg sein, um aus dieser Misere herauszukommen. Offensichtlich handelt einigen Zentralbanken bereits nach diesem Kriterium, denn der Tausch von Währungsreserven in Gold ist heute keine Seltenheit mehr. Wenn die Notenbanken das vormachen, sollten sich Privatanleger überlegen, welchen Grund das hat und wer sein Geld schützen will, sollte mindestens einen Teil bald in Goldbarren anlegen.

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