Goldpreis stürzt ab! Wer sind die Gewinner?

CPB | Sonntag, 14. April 2013 - 16:06

Der Goldpreis hat am Freitag der vorigen Woche einen Absturz erlebt, wie es für die Mehrzahl der seriösen Gold Analysten nicht denkbar gewesen wäre. Alle Unterstützungslinien, die von den Chartanalysten bei 1.540, 1.525, 1.504 und 1.500 Dollar definiert waren, wurden ohne Rückhalt durchbrochen. Man konnte den Eindruck haben, als ob der Henker mit einer Guillotine am Werk war. Schließlich wurde der Tagestiefstkurs bei gut 1.477 US-Dollar für die Feinunze notiert und der Goldpreis ging nur geringfügig darüber ins Wochenende. Das ist der tiefste Goldpreis seit Juli 2011. Am Markt werden überwiegend technische Gründe für den Goldpreisverfall genannt, aber kann man diesen Argumenten folgen? Noch einen Tag zuvor notierte der Goldpreis bei 1.561 Dollar und es sprachen keine Anzeichen dafür, dass ein Absturz in dieser Dimension folgen konnte. Händler sprachen von Panikverkäufen an den Goldbörsen und man muss befürchten, dass das noch nicht das Ende der Fahnenstange war. Jetzt ist der Wochenbeginn für die Goldpreisentwicklung äußerst wichtig. Wenn die Unterstützung bei 1.478 Dollar für die Feinunze Gold hält, wäre das Gröbste überstanden, sollte sich der Goldpreis allerding nachhaltig unter diese Markte bewegen, muss man mit einem weiteren Absturz beim Goldpreis auf mindestens 1.434 Dollar rechnen. Was passiert, wenn diese Linie dem Druck der Märkte nicht standhält, darüber wollen wir aus Besorgnis um die vielen kleinen Goldsparer, Goldanleger und Goldinvestoren heute noch nicht spekulieren… Die Goldpreisentwicklung ist in diesen Tagen reine Nervensache!

Die Gold Kleinspekulanten haben verloren!

Wieder einmal hat es die „Kleinen“ erwischt – wie im richtigen Leben. Im COT-Report der vorigen Woche konnte man noch lesen, dass die kleinen Goldspekulanten ihre Positionen um 9,5 Prozent erhöht hatten. Die Großspekulanten reduzierten ihre Futures auf Gold um 0,7 Prozent und die Short-Positionen werden sich im Verlauf des Goldpreisdebakels noch umfangreich erhöht haben. Natürlich gab es auch äußere Anlässe, die zu dieser negativen Goldpreisentwicklung geführt haben.

Hat die FED einen Teil der Goldpreisverluste zu verantworten?

Die FED ist eine sichere Nummer, wenn es um die Einflussnahme auf die Goldpreisentwicklung geht. Nach der letzten Sitzung spekulierte man darüber, wie lange die lockere Geldpolitik der US-Notenbank noch fortgesetzt wird. Angesichts der besseren Zahlen der US-Wirtschaft war das Jahresende für die Beendigung der Dollarflut für die US-Wirtschaft in Aussicht gestellt worden. Experten gehen allerdings davon aus, dass die wirtschaftliche Entwicklung ohne die massiven Eingriffe der Gelddruckmaschinen der FED sofort wieder zusammenbricht.

Trägt Zypern einen Teil der Mitschuld am Goldpreisverlust?

Der Zypern-Crash hatte zunächst fast keine Auswirkungen auf die Goldpreisentwicklung. Nicht einmal die in der ersten Fassung vorhandene Enteignung aller Kleinsparer konnte die Märkte beim Goldpreis aus der Ruhe bringen. Aus den zunächst ca. 16 Milliarden, die das Land zur vorläufigen Rettung braucht, wurden zwar inzwischen etwa 23 Milliarden, aber auch diese Nachricht hatte die Goldpreisentwicklung nicht sonderlich beeindruckt. Jetzt sind aber die Goldreserven in Zypern erstmalig ernsthaft in der Diskussion. Nachdem der IWF und die EU das Rettungspaket mit 10 Milliarden Euro verabschiedet hat, fehlen den Zyprioten jetzt insgesamt offensichtlich 13 Milliarden. Ob sie die Bankkonten der Anleger jetzt noch mehr schröpfen wollen, wird sich in den nächsten Tagen sicher ergeben. Fest steht allerdings, dass auch die Goldreserve des Inselstaates in der Diskussion ist. Es geht nach Angaben des World Gold Council um ca. 13.9 Tonnen in Form von Goldbarren, die die Notenbank auf Zypern zu Verfügung stellen könnte. Jetzt kann man einige Kommentare lesen, in denen davon die Rede ist, dass der massive Goldpreiseinsturz am Freitag wegen des möglichen Verkaufs der zypriotischen Goldreserven zustande gekommen ist. Nach aktuellem Goldpreis wäre das beim Goldverkauf allerdings nur ein Betrag von ca. 500 Millionen Euro, der die zypriotische Regierung auch nicht aus der Krise heraushilft. Das ist nicht nur im Hinblick auf den Fehlbetrag von etwa 13 Milliarden Euro, der nach der Geldspritze der EU und des IWF noch in Nikosia gebraucht wird, ein verschwindend kleiner Betrag, sondern als Goldbesitz auch losgelöst von den Problemen in Zypern keine Goldreserve, über die man sprechen muss. Allein in deutschen Privathaushalten liegt Gold im Wert von ca. 393 Milliarden Euro. Das ist die Zahl einer Steinbeis-Studie aus dem Jahr 2012. Dieses viele Gold ist als Goldbarren, Goldschmuck oder Goldmünzen im Besitz der deutschen Privathaushalte. Die deutsche Bundesbank verfügt über Goldreserven von fast 3.400 Tonnen. Warum diese 13,9 Tonnen Gold aus Zypern beim Goldverkauf jetzt den Goldpreis in dieser Größenordnung beeinflussen sollten, bleibt einem „denkenden Menschen“ verschlossen.

Welches Interesse haben die Großbanken beim Goldpreis?

Es gibt sicher einige der großen Investmentbanken und auch andere Geldinstitute, die trotz der hohen Verluste mit dubiosen Finanzanlagen hoch spekulativ auf alles setzen, was verfügbar ist. Dazu gehört zwangsläufig auch Gold. Es schein so, als ob der Goldpreis durch die Großbanken wieder einmal kräftig über eine längere Zeit manipuliert wurde. Die Goldpreisprognosen einiger Banken schwanken monatlich in erheblichen Bereichen. Man darf den Eindruck haben, als ob durch Goldpreisprognosen die eigenen Spekulationen auf Gold zum Erfolg geführt werden sollen. Hier ein Beispiel:

Am 12.01.2012 kann man in einem Bericht, der aus dpa-Material stammt, lesen:

1.      Die Citigroup prognostiziert einen Goldpreis für die zweite Hälfte des Jahres 2012 zwischen 2.300 und 2.400 US-Dollar. Im Jahr 2013 könnte sich der Goldpreis der Marke von 3.400 Dollar nähern!

Am 21.01.2013 wird berichtet:

2.      Die Citigroup reduziert ihre Goldpreisprognose um 4,2% auf 1.675 US-Dollar je Feinunze. Das bedeutet, dass die US-Bank irgendwann bei etwa knapp 1.750 Dollar gelegen hatte.

3.      Jetzt veröffentlich die gleiche Citigroup, dass sie den „Superzyklus“ der Rohstoffmärkte am Ende sehen und das Jahr 2013 das Jahr sein wird, in dem die „Todesglocken“ für den Rohstoffmarkt läuten werden.

Weitere Beispiele:

4.      Die US- Investmentbank Goldman Sachs bekräftigt am 10. Mai 2012 die 6-Monatsprognose für den Goldpreis auf 1.840 Dollar pro Unze.

5.      Am 6. Dezember 2012 reduziert Goldman Sachs die Goldpreisprognose für 3 Monate auf 1.825 Dollar, für 6 Monate auf 1.805 Dollar und für 12 Monate auf 1.800 Dollar je Feinunze. Für das Jahr 2014 prognostizieren die „tollen Gold Analysten“ von Goldman Sachs einen Goldpreis von 1.750 US-Dollar pro Feinunze.

6.      Aktuell rechnen die Goldman Sachs Analysten damit, dass der Preis für Goldbarren in den nächsten 12 Monaten auf 1.390 US-Dollar fallen wird.

Die Gewinner an der Goldpreisentwicklung sind die Zocker in den Banken!

Wenn man sich diese Goldprognosen anschaut, dann darf man doch dringend die Vermutung anstellen, dass die Citigroup, Goldman Sachs und natürlich auch andere großen Investmentbanken, die nicht hier genannt wurden, ihr eigenes Goldgeschäft machen und den Goldpreis je nach Bedarf manipulieren. Je nachdem, ob man sich am Goldmarkt gerade eindecken will, ob man Short-Positionen glattstellen muss oder Long-Positionen unterstützen will, ein Argument für eine entsprechende Goldpreisprognose findet man immer.

 

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