Signalisiert Gold keine Krisenabsicherung mehr?

CPB | Montag, 14. Mai 2012 - 09:00

Aus aktuellem Anlass müssen wir heute unsere Serie über die Gold Analysen von Gold Analysten und von Analysten, die diese Bezeichnung nicht verdient haben, unterbrechen. Der Goldpreis reagiert im Moment so, als ob der sichere Hafen Gold kurzfristig nicht mehr existiert und ein größerer Absturz des Goldkurses folgen könnte. Gerade jetzt, wo sich die Krise in Griechenland zuspitzt und durch die Wahlergebnisse in Frankreich eine weitere Unsicherheit hinzugekommen ist, wird der Goldpreis so unter Druck gesetzt, dass auch er enorm schwächelt und von seiner Stabilität in Krisenzeiten und dem antizyklischen Verhalten von Gold nichts mehr spürbar ist. Die Zinssteigerungen für Staatsanleihen in Spanien und Italien hatten für die Goldpreisentwicklung ein positives Signal sein können und vor allem die Geldgeschenke der EZB und der FED an die Banken und die Wirtschaft waren bisher ein klares Indiz für eine positive Goldpreisentwicklung. Die letzten Tage haben für die Goldanleger leider die Goldbarren “abschmelzen” lassen.

Kaufsignal oder Verkaufsempfehlung für Gold?

Ob der Preis bei etwa 1.580 Dollar je Feinunze schon ein Kaufsignal ist oder ob es für Gold im Moment eher eine Verkaufsempfehlung geben sollte, darüber sind sich auch die Experten absolut nicht einig. Die Goldminenaktien stürzen seit einigen Monaten immer weiter ab und es gibt Titel, die bereits fast die Hälfte ihres Wertes seit einem halben Jahr verloren haben. Die Besitzer von Goldbarren waren dagegen bisher mit normalen Volatilitätsausschlägen noch einigermaßen glimpflich dabei weggekommen. Nach dem Kursverlust der letzten Woche sind sich viele Gold Opinion Leader aber nicht mehr sicher, ob sie ihre Meinung für die Goldpreissteigerungen der vergangenen Zeit aufrecht erhalten können. Den letzten massiven Sinkflug des Goldpreises hatten wir im Jahr 2008, als viele Goldanleger bei fallenden Goldpreisen die Nerven verloren haben und für Gold, trotz eines intakten langfristigen Aufwärtstrends, einen zweistellige Prozentsätze Verlust hingenommen haben. Wer zu einem ungünstigen Zeitpunkt einen Goldankauf getätigt hatte und unruhig wurde, musste sich mit einem Verlust von bis zu 30 Prozent im Jahr 2008 abfinden.

Gold Optimismus bei den Spekulanten vorbei!

Noch vor einer Woche konnten wir von einer Zunahme der optimistischen Einschätzungen bei den Gold-Zockern berichten, die mit erheblichen Zuwachsraten an den Terminmärkten unterwegs waren. Diese Meldungen sind “Schnee von gestern”, denn die Spekulanten ändern ihre Meinung sehr schnell oder haben besser gesagt wahrscheinlich keine Meinung, sondern folgen nur einem Herdentrieb ohne inhaltliche Begründung. Tatsache ist, dass der COT-Report vom letzten Freitag einen erheblichen Zuwachs der Gold-Pessimisten zeigte. Die Open Interest gingen zwar nur um 1,4% zurück, aber die Netto-Long-Position mit einer optimistischen Markterwartung brachen bei den großen und kleinen Spekulanten insgesamt um ca. 16 Prozent ein. Die Großspekulanten, auch Non-Commercials genannt, waren mit 12,2 % dabei und die kleinen Spekulanten trugen mit einem Beitrag von 15,1 % zu dem Desaster bei. Der Goldpreis hat also sehr wesentlich unter den Terminmärkten der Zocker zu leiden, was allerdings nicht nur negativ zu bewerten ist. Langfristig orientierte Goldanleger sind eher ETF-Investoren. Der Rückgang der ETF Gold Shares war nur sehr gering und die in Goldbarren hinterlegte Goldmenge ging nicht einmal um 6% zurück. Die Charttechnik kann erklären, dass es noch einen Hoffnungsschimmer für den Goldpreis gibt. Der Index für die relative Stärke liegt derzeit bei ca. 31 %. Wenn dieser Wert unter 30% gerät und dann wieder die 30% nach oben hinter sich lässt, wäre das ein starkes Kaufsignal. Bei der zuletzt registrierten ähnlichen Konstellation für den Goldpreis kam danach eine Steigerung des Goldpreises in nur zwei Monaten von über 200 Dollar je Feinunze. Wenn diese Charttechnik stimmt und sich wiederholen würde, ist der Goldpreis dann wieder da, wo man ihn im Moment erwartet. Von einer Position von knapp unter 1.800 Dollar wäre ein Aufstieg in die Gold Championsleag von über 2.000 Dollar je Feinunze denkbar, leider aber kurzfristig nicht mehr, wenn sich der Goldpreis unter 1.500 Dollar bewegt.

Ist Gold eine normale Anlageform geworden?

Die Volatilität des Goldpreises ist mit einer normalen Anlageform vergleichbar. Das ist leider die Feststellung, die man derzeit treffen muss. Das Umfeld mit der Euro-Krise, der Griechenpleite, dem Schuldenschnitt in Griechenland, der Wahlen in Griechenland und dem Debakel um eine neue Regierungsbildung, ist für eine Goldpreissteigerung wie geschaffen. Dazu die Schuldenkrise in den USA und die Arbeitslosenzahlen in Spanien und Italien. Trotzdem verhält sich der Goldpreis wie eine normale Geldanlage, die sich wie eine Aktie, an der allgemeinen Stimmung orientiert. Man muss befürchten, dass auch der Goldpreis im Moment von den Zockern sehr wesentlich beeinflusst wird. Zu einer stärkeren Kontrolle der Finanzmärkte, die mitlerweile nicht nur vom linken Parteienspektrum gefordert wird, gehört auch eine sehr starke Kontrolle der Terminmärkte. Es geht dabei um die Spekulationen auf Lebensmittel, die den Hunger in der Welt schlimmer werden lässt und es geht auch um den Goldpreis, der für sicherheitsbewusste Anleger mit einer langfristigen Perspektive der sichere Hafen bleiben muss. Gold ist derzeit im Visier der Zocker, das kann man an der Goldpreisentwicklung erkennen. Andere Rohstoffe, die bisher als viel riskantere Anlagen gesehen wurden, haben wesentlich weniger Verluste in den letzten Wochen hinnehmen müssen, als das bei physischem Gold der Fall war.

Seriöse Gold Analysten sehen keinen weiteren Preisverfall für Gold!

Die Goldpreisschwäche der letzten Wochen hat sicher viele Gründe, die man bei den Zockern suchen muss. Sie hatten sich auf den Terminmärkten auf eine Goldpreissteigerung festgelegt und haben jetzt nasse Füße bekommen. Viele der Positionen werden von den Hedge Fonds aufgelöst, das kann man an dem massiven Rückgang der Netto-Long-Position erkennen. Dazu kam der festere US-Dollar, der den Goldpreis belastete und die geringe Angst vor Inflation, die durch den sinkenden Ölpreis befördert wurde. Rohstoffexperten haben die steigende Gold-Nachfrage dafür verantwortlich gemacht, dass der Goldpreis keinen Sinkflug in ungeahnte Tiefen vornehmen wird. Die Nachfrage in Indien für die Produktion von Goldschmuck nimmt wieder leicht zu und die Chinesen haben ihren Goldimport von Februar bis März um etwa 60% erhöht. China hat im Vergleich zum Vorjahr die Goldimporte etwa versechsfacht, das hatten wir bereits wegen der enormen Devisenreserven im Reich der Mitte prognostiziert. Trotz dieser Einschätzung sollten die Goldanleger, Goldinvestoren und Goldsparer wachsam sein und auf die Marktbewegungen beim Goldpreis achten. Spätestens wenn der Goldpreis doch noch unter die 1.500 Dollar-Marke fallen sollte, ist an Verlustbegrenzung zu denken. Der Markt ist nicht sicher einschätzbar und der Goldkurs macht oft genau das Gegenteil von dem, was erwartet wird.

 

 

 

 

 

 

 

 

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