Wer oder was treibt den Goldpreis an?

CPB | Montag, 27. August 2012 - 09:00

Der Goldpreis hat eine ganz beachtliche Volatilität, wenn man sieht, dass er in einer Woche mal ganz locker in der Spitze 60 Dollar je Feinunze zugelegt hat. Einen Wertzuwachs von fast vier Prozent in einer Woche ist schon eine Größenordnung, die man zwar bei Aktien oder Fonds als völlig normal ansieht, aber bei der Goldpreisentwicklung war das bisher nicht der Fall. Noch vor einer Woche konnte man bei einer namhaften Finanzzeitung lesen “Gold liegt wie Blei in den Regalen!” und aktuell titelt man in der gleichen Zeitung “Gold steht stürmischer Herbst bevor!” Ja was denn nun? Entweder Ladenhüter Gold oder Gold als Aufsteiger des Jahres feiern? Wie heißt es so schön: Nichts ist so alt, wie die Zeitung von gestern oder, um Konrad Adenauer zitieren: “Man braucht nicht immer denselben Standpunkt zu vertreten, denn niemand kann einen daran hindern, klüger zu werden.” Wir hatten schon am 6. und 9. August geschrieben, dass der Goldpreis einen stabilen Eindruck macht und möglicherweise auf dem Weg zu Höchstkursen ist. Wir wollen zwar nicht sagen, dass wir besser sind, als die Gold Experten von den großen Finanzzeitungen, aber auf jeden Fall nicht schlechter!

9 Gründe für die gestiegene Goldnachfrage!

Die Basis für eine Goldpreissteigerung ist natürlich die Goldnachfrage. Ob der Start der Hochzeitsaison in Indien ab September die Nachfrage nach dem gelben Edelmetall noch weiter steigern wird, müssen wir beobachten, denn ein Nachfrageschub für Gold ist wegen der schwachen Rupie nicht sicher. Der Wunsch physisches Gold in unruhigen Zeiten zu besitzen schein auf jeden Fall noch akut vorhanden zu sein. Warum das im Moment so ist, wollen wir in einzelnen Punkten einmal überprüfen und erläutern.

1. Dollarschwäche stärkt den Goldpreis!

Der Dollar ist gegenüber dem Euro gefallen, was den Goldpreis stärkt und den Goldankauf in Euro günstiger werden lässt. Ein fallender Dollarkurs war bisher immer ein steigender Goldpreis.

2. Die Geldmenge steigt wieder!

Es scheint als sicher, dass die US-Notenbank FED und auch die Europäische Zentralbank EZB die Märkte weiterhin mit frischem Geld fluten werden. Viele Gold Analysten behaupten ja, dass die Geldmenge mit dem Goldpreis korreliert und aus diesem Grund der Goldpreis diese Entwicklung bereits vorwegnimmt und steigt.

3. Die Inflationsangst wird befördert!

Eine steigende Geldmenge führt naturgemäß zu einer größeren Inflationsangst. Diese Inflationsangst wiederum ist für den Goldpreis und die Goldpreisentwicklung förderlich und die Flucht in den sicheren Hafen Gold lässt die Goldnachfrage steigen und nimmt damit Einfluss auf den Goldkurs.

4. Die Währungen der Schwellenländer wackeln!

Nicht nur die Notenbanken der Industrieländern schauen nach Goldbarren und sichern ihre Währungsreserven zu einem Teil durch physisches Gold ab, sondern im Moment vor allem die Schwellenländer, deren Währungen an Wert verlieren und die Gold als den sicheren Hafen vor einer größeren Inflation sehen. Der World Gold Council meldete Notenbanken beim Goldankauf, denn im zweiten Quartal 2012 sind die Goldaufkäufe auf über 157 Tonnen gestiegen.

5. Bullenmarkt Gold!

Nicht nur die Spekulanten, sondern auch Sparer, Anleger und Investoren investieren wieder in Gold. Wir hatten in einer der letzten Ausgaben am 20. August bereits von den Milliardären Soros und Paulson berichtet, die wieder einsteigen und ihre Goldreserven erhöhen. Der größte Gold ETF, der Gold-ETFs SPDR Gold, konnte in der vergangenen Woche etwa 2 Prozent gewinnen und hat damit zirka 1.300 kg Gold zugekauft.

6. Charttechnik Gold!

Die Hürde bei 1.630 Dollar scheint überwunden und danach wurden Kaufsignale ausgelöst. Der Anstieg ging auf über 1.660 US-Dollar je Feinunze. Schafft der Goldpreis deutlich die Marke bei 1.700 Dollar, kann es mit der Kursrallye Gold weitergehen und das Allzeithoch (oder sogar mehr) kann ins Visier genommen werden. Das ist aber noch keine Prognose, denn die Stabilisierung über 1.630 $ muss erst kommen und den Test nach unten muss der Goldkurs erst bestehen.

7. US-Schulden steigen!

Im Wahlkampf in den USA werden die Schulden nicht gesenkt, denn Sparprogramme kommen in Wahlkampfzeiten nun einmal gar nicht gut an. Die Schuldenuhr tickt in den USA unaufhaltsam und die Republikaner wollen die Reichen nicht mit einer kleinen Steuererhöhung verärgern. Der Herausforderer und Multimillionär von Präsident Obama, Mitt Romney, sagte, dass er niemals weniger als 13% Steuern gezahlt hat und das war für ihn sogar gedanklich ein Pluspunkt…

8. Euro Schuldenkrise kommt bald zur Entscheidung!

Die Griechen, die Griechen, die Griechen, dazu die Portugiesen, die Iren, die Zyprioten und die Spanier tummeln sich alle unter einem riesigen Rettungsschirm für Staaten und Banken und man kann nur hoffen, dass nicht auch die Italiener nasse Füße bekommen und unter den Schirm wollen. Tatsache ist, dass sich im September vorerst die Entscheidung um Griechenland anbahnt. Wir bekommen den Bericht der Troika (IWF, EZB, EU) und die Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts über den ESM Rettungsschirm und den Fiskalpakt.

9. Krieg im Iran könnte Inflation antreiben!

Die Israelis drohen schon seit einigen Wochen den Iranern mit einem Überfall. Einen Angriff auf den Iran sehen Gold Analysten als möglichen Startschuss für weitere hohe Schulden in den USA und in anderen Ländern, denn man geht davon aus, dass die USA die Israelis unterstützen werden. Wenn die Israelis nicht nur mit den Säbeln rasseln, sondern wirklich den Iran angreifen wollen, machen sie das sicher noch vor den US-Präsidentschaftswahlen, denn vor den Wahlen müssen sich die Amerikaner bei den Auseinandersetzungen auf jeden Fall beteiligen, um die Stimmen der Juden nicht zu verlieren. Dadurch könnte die Sparpolitik in den folgenden Jahren völlig ignoriert werden und die Schuldenberge müssen zwangsläufig zu einer galoppierenden Inflation führen.

Gold Analysten sehen den Goldpreis unterschiedlich!

Viele Gold Analysten und Finanzexperten rechnen im Moment mit einem höheren Goldpreis, darunter auch die Analysten verschiedener deutscher Banken. Es gibt aber auch Gold Experten in den Banken, die der Meinung sind, dass beim Gold die Luft nach oben raus ist. Trotzdem räumen diese Analysten ein, dass eine weitere Lockerung der Geldpolitik in den USA und in Europa der Antrieb für eine weitere Goldpreissteigerung sein könnte. Wenn Mario Draghi (EZB) seine Ankündigung in die Realität umsetzt und Staatsanleihen von Pleiteländern in Europa aufkauft, geht die Post beim Gold ganz sicher wieder ab. Den Papierwährungen vertrauen mindestens einige Profis in der Branche nicht mehr. Milliardär und Hedgefonds Manager Paulson hat seine Anteile am Goldfonds SPDR Trust mindestens erst einmal “geringfügig” um 26 Prozent auf 21,8 Millionen Anteile erhöht. Der Wert dieser Goldfondsanteile liegt im Moment bei etwa 3,4 Milliarden Dollar.

 

 

 

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